Am Samstag, 24. Januar 2026, lud Dark Appeal zu Konzert und Party in den Sedel in Emmenbrücke. Live waren da unter anderem End Of Transmission, Silentways und als Hauptact Night In Athens am Start, und am DJ-Pult sorgten die DJs Dustform und Irmingott für tanzbares.
Nachdem von meiner Blogseite her wieder einige Zeit etwas Funkstille herrschte, möchte ich da doch auch wieder mal was beitragen, auch wenn dieser Anlass nun schon über eine Woche zurückliegt.
Schon länger hat es mir Night in Athens doch ziemlich
angetan mit ihrer Musik und so war für mich schon unmittelbar bei der
Ankündigung des Events klar, dass ich da hin muss. Kurzerhand hab ich ein Ticket
gesichert, um sicher zu gehen, dass ich es mir nicht plötzlich in letzter
Sekunde anders überlege.
Dies wohl in weiser Voraussicht, da ich an diesem
Samstag vom Gefühl her, auch ganz gut zu Hause auf dem weichen Sofa eine
überaus passende Alternative gefunden hätte. So aber war der Ansporn
entsprechend gegeben und das Ziel Klar.
Kurz nach 20:00 Uhr im Sedel angekommen, war ich einer der
ersten Gäste, die sich in der Stätte einfanden, allerdings folgten dann Schlag
auf Schlag zahlreiche Konzerthungrige und weil Luzern doch ziemlich zentral
gelegen, beinahe aus der gesamten Schweiz und sorgten für ein doch recht hohe
Zuschauerschaft, jedenfalls nach dem zu beurteilen, was ich bei früheren Besuchen
an diesem Ort in Erinnerung hatte.
Vor dem Konzert sorgten die DJs für einen sehr gefälligen musikalischen Teppich, der ein ideales Umfeld für die nachfolgenden Konzerte schuf. Gegen 21:00 Uhr positionierten sich dann die Gäste zunehmend vor der Bühne, da der Konzertbeginn um eben diese Zeit angesagt war. Ich meinerseits entschied mich für einen Platz nahe der Bühne, zumal im Sedel der Standort für eine gute Soundqualität nicht per se im hinteren Bereich des Raumes liegt, sondern durch die Architektur und die doch sehr gut eingestimmte PA auch in den vorderen Reihen ein tolles, hörtechnisches Erlebnis verspricht. Im Gegenteil, da der Raum mit diversen Säulen, von denen zwei direkt vor der Bühne platziert sind und so diese quasi dreiteilt, übersäht ist, sind im vorderen Bereich erfahrungsgemäss klanglich die besseren Plätze. So stand ich da in etwa der dritten Reihe, auf den Auftritt von End Of Transmission wartend, gespickt mit etwas Smalltalk mit lieben Freunden und Bekannten.
End Of Transmission
Dies ist eine Band, von welcher ich bis anhin keine Notiz
genommen habe, erst bei der Ankündigung hab ich da mal reingehört und war eigentlich
erstaunt, dass die mir bisher noch nicht über den Weg gelaufen sind. Aber ja,
der Bekanntheitsgrad der Band, insbesondere in unserer Gegend ist da doch eher
bescheiden, wobei ich eigentlich sicher bin, dass man da in Zukunft noch das
ein oder andere hören wird.
Bei der Band handelt es sich um ein Elektro-Duo, bestehend aus Sven Schröder (Instrumente,
Programmierung) und Jens «Schubi» Schubert (Gesang). Selbst beschreiben sie
sich mit dem Slogan «Electro-Wave aus Mitteldeutschland» was meiner Meinung
nach, doch sehr gut passend ist, zumal sich der Song irgendwo im Bereich Dark-
und Synthwave, Post-Punk, EBM, Elektropop mit einem Hauch Industrial ansiedelt.
Auch diese Beschreibung gemäss Band, allerdings durchaus passend.
Falls Ihr mehr über die Band und ihre Geschichte erfahren
möchtet, kann ich Euch die Band-Webseite wärmstens empfehlen und da insbesondre
ihre Bio https://endoftransmission.de/bio/
Zum Einstimmen war ein Instrumental angesagt, wobei sich dabei nur Sven, hinter
seinem überschaubaren Equipment auf der Bühne zeigte. Beim Ausklingen des Songs,
tauchte dann auch Jens auf, bereit, um ab dem zweiten Lied mit sehr gefälliger und
zum Style passender Stimme den Liedern eine zusätzliche Dimension zu verleihen.
Mir mochte das dargebotene sehr gefallen, zumal doch eher abwechslungsreich,
tanzbar und auch betreffend der Bühnenshow, mit einer grundsoliden
Bühnenpräsenz, welche das Publikum in ihren Bann ziehen vermochte.
Gemessen, sowohl am Mitttanzen und Mitmachen des Publikums
als auch am Applaus, denk ich, dass ich da nicht einzig mit dieser Meinung bin.
Ich würde doch meinen, dass sich der Besuch in Luzern schon mit dieser Band mal
gelohnt hat und ich werde die Jungs sicher weitere Male beehren, falls sich die
Gelegenheit dazu bietet.
Da ich während allen Liedern meine Beine nicht stillhalten konnte, war mir klar, dass der Sound durchaus für die Tanzfläche taugt, so dass ich mir da doch einiges zu meiner Musiksammlung dazuholen wollte. Da es nun so ist, dass ich eigentlich in den eigenen vier Wänden eher auf Vinyl stehe, jedoch für das DJing doch die digitale Variante bevorzuge, kein mühsames Schleppen der Platten und immer alle Songs mit dabei, wenn auch halt nicht so stylisch oder was auch immer, war meine erste Frage am Merch Stand, ob da der Digitalcode im Plattenkauf mit enthalten sei. Leider konnte mir die nette Dame am Stand, sie stellte sich übrigens später als Svens Frau heraus, jedenfalls wenn ich Sven da richtig interpretiert habe, nicht direkt Auskunft geben und verwies mich darauf einige Minuten zu warten, da sie dies erst erfragen müsste. Einige Zeit später, war ich dann wieder am Stand mit der gleichen Frage und die Antwort dazu doch sehr positiv, wenn auch nicht ganz so wie angedacht. Da kein Code beilag, bat sie mich meinen Mail Kontakt da zu lassen, um den Bandcamp Code auf diesem Wege zu erhalten. In dem Moment war nun auch Sven am Merch Stand aufgetaucht und er widmete sich sofort meinen Belangen. Ja und manchmal macht es doch Sinn, wenn die Mail Adresse mit "DJ" beginnt, denn als Sven das gesehen, war für ihn klar, dass ich zum Album «Fragile Times» ebenfalls noch das Album «Cause And Effect» sowie eine Veröffentlichung von Remixes ihrer Songs in digitaler Form erhalten sollte. An dieser Stelle nochmals vielen Dank dafür und ich bin mir sicher, dass da in Zukunft der ein oder andere Song, in meinen Sets Platz findet, denn mittlerweile habe ich die auch schon erhalten und auch in meiner Sammlung eingepflegt. Freue mich darauf da möglicherweise etwas zur Bandaufmerksamkeit bei meinem Publikum beitragen zu dürfen.
Mittlerweile war die Bühne für die nächste Show präpariert, was bedeutet, dass die zuvor vorhandene Elektronik nun einer Gitarre und einem Bass gewichen ist. Also war wohl auch musikalisch eine Typänderung zu erwarten, wobei Genremässig kein allzu grosser Sprung, aber halt mit anderer Instrumentalisierung.
Silentways
Die Darkwave Band aus Neapel, besteht seit 2014, wobei seit
den Ursprüngen nur Annalisa Lynch (Gesang) übriggeblieben ist. In der heutigen
Besetzung sind die Cousins Francesco Candia (Gitarre) und Nino Candia (Bass) mit
dabei, welche seit Beginn weg, ebenfalls Teil der Band Trees sind, welche als
Wegbereiter des sub-Genres Italogaze (Italienischer-Shoegaze) gelten, einer
Mischung aus Darkwave, Shoegaze und Dreampop.
Silentways kombiniert in ihren Songs Coldwave-, Postpunk- und
Dreampop-Einflüsse, welche mit der himmlischen Stimme von Annalisa, den Gothic-Gitarrenriffs
von Francesco, den monolithischen Basslinen von Nino, zusammen mit verträumtem Synthesizern,
eine einmalig melancholische Klanglandschaft bilden. Okey, im vorgehenden Text habe
ich mich ausschliesslich an recherchiertem orientiert, allerdings kann ich, was
den Sound angeht da nur zustimmen und da eigentlich alles gesagt, respektive
geschrieben ist, halt so übernehmen.
Ja und Live stand insbesondere die Stimme und die Erscheinung von Annalisa im
Vordergrund, welche eine wunderbare Bühnenpräsenz schaffend dafür sorget, dass
das Publikum an ihren Lippen hängen geblieben ist und die Darbietung mit
eifrigen Tanzschritten und jeweils grossem Applaus goutierten. Auch der Klangteppich,
welcher insbesondere von den Gitarren- und Bassklängen ausgelegt wurde, vermochte
da durchaus überzeugen und eben zusammen mit den erwähnten, verträumten
Synthi-Klängen ein durchaus überzeugendes Gesamtbild erschaffen.
Leider bleibt
aber da die Vielfalt etwas auf der Strecke, so dass den Songs allgemein eine
gewisse Gleichsamkeit attestiert werden muss. Einzeln gehört durchaus überzeugend,
aber halt im Konzertrahmen mit einer Abfolge dann doch etwas zur Langeweile
neigend. Eigentlich schade, weil eben die Songs durchaus potential haben. Aber
eben, insgesamt ein durchaus positives Erlebnis und für diesen Abend in diesem
Rahmen absolut stimmig.
Nach einem kurzen Changeover, ebenfalls wieder mit DJaler Unterhaltung, welcher ich jedoch an der Frischluft weilend, zwecks Suchtverhalten, ferngeblieben bin, war dann noch der Headliner des Abends angesagt, wo ich doch gespannt darauf war, was mich da erwartet.
Night In Athens NIA
Tina Boleti, ist eine in London lebende, in Griechenland geborene
Künstlerin. Ihr Soloprojekt startete während des Lockdowns in einer Londoner
Wohnung, wobei der Lockdown letztlich der ausschlaggebende Punkt für Ihre Solokariere
ist, zumal sie davor nach Musikern suchte, welche sie auf Ihrer Reise
begleiten. Da aber während dieser Zeit, dass sich mit Leuten treffen, doch
ziemlich eingeschränkt war, versuchte sie sich selbst im Programmieren und etablierte
sich in weniger als zwei Jahren zu einem der erfolgreichsten
Minimal-Synth-/Cold-Wave-Projekte und wird in einem Satz mit grossen Namen aus
der Szene genannt. NIA vermischt die Einflüsse, welche sie während ihrer
Vergangenheit in der Londoner DIY-Punkszene gesammelt hat, mit analogen Minimal-Synth-Sounds
und dunklen Elektro-Beats, zu einmaligen Grundlagen, welche untermauert mit
ihrer ausdruckstarken Bandbreite an Stimmdynamik zu wahren Kunstwerken geformt
werden.
Nun ja, musikalisch ab Konserve mag mich nicht ganz alles durchwegs begeistern,
allerdings sind einige absolute Perlen mit dabei, welche mich seit langer Zeit
in meinen Playlists begleiten und auch schon mal für ein Set hinhalten, zumal
absolut tanzbar.
Tina schafft es, auf den Tonträgern eine einmalige Präsenz zu erschaffen, welche
in mir eine Art Kopfkino triggert, das Ihre Songs jeweils bildlich begleitet,
ein Phänomen dass ich nur von sehr wenigen Bands in ähnlicher Weise kenne, wohl
ähnlich wie wenn psychoaktive Substanzen im Spiel wären. Erklären kann ich das
zwar nicht, aber für mich durchaus faszinierend, weil doch einem Rausch ähnlich.
Mit diesen Vorgaben war ich nun um so mehr gespannt, zum einen was NIA Live auf dem Kasten hat und natürlich zum anderen wie sich das Konzert bei mir auswirkt.
Nun gleich vorweg, Kopfkino war passé, allerdings nicht,
weil da kein Funke gesprungen, sondern im Gegenteil, weil mich die Show von NIA
dermassen überzeugt, ja überwältigt hat! Was hat die Frau für eine
Bühnenpräsenz! Absolut einmalig, da attestiere ich eine durchaus grosse Karriere,
zumal sie es damit schaffen wird, selbst auf grossen Bühnen zu überzeugen, was wohl
nur ganz Wenigen gelingt. Sie vermochte das Publikum von der ersten Sekunde in ihren
Bann zu ziehen und während dem gesamten Konzert da festzuhalten.
Fasziniert ich
bin!
Das Publikum, in ausgeschweifter Partylaune, vermochte ihre Darbietung mit
frenetischem Applaus und ohrenbetäubenden Rufen zu feiern und an der Gestik von
Tina zu beurteilen, hat sie das sichtlich, in ihrer grossartigen Nahbarkeit, genossen.
Eine kleine Anmerkung hätte ich aber noch, ein Funkmikrofon würde ihr sehr gut
stehen, zumal ihre doch eher ausgeschweiften Exkursionen, welche zuweilen bis
ins Publikum reichten, eben durch dieses Kabel in der Reichweite beschränkt war.
Ihr war im Publikum stehen anzumerken, dass sie da am liebsten einmal quer
durchgehen möchte, sich allerdings dafür die Leine als zu kurz und unhandlich
herausstellte.
Irgendwie ordnete sich NIA bei mir zwischen Kælan Mikla,
welche ich an gleicher Stätte schon erleben durfte und welche gesanglich eine
ähnliche Dynamik entwickeln, und Die Anstalt, mit ihrer faszinierenden Bühnenshow,
ein.
Aus beiden Welten das Beste vereinend, mit der Bühnenpräsenz, obschon
Einzelkämpferin, keineswegs hinten anstehend und gleichwohl mit einer
unverkennbaren Eigenheit, seinesgleichen suchend.
Und nachdem mich Tina schon auf der Bühne absolut fasziniert
hat, vermochte sie später am Merch stand noch einen draufsetzen und mich mit ihrer
wunderbar nahbaren Art endgültig um den Finger wickeln, wenn auch ich leider
kein Vinyl mehr ergattern konnte, so wenigstens ein Shirt.
NIA vermochte mich in allen Facetten faszinieren und verzaubern, es ist eine dieser Bands, welche ich immer wieder beehren werde, wenn sich mir die Möglichkeit dazu bietet.
Nach dem Konzertabend war dann noch Party mit den beiden DJs angesagt und obschon ich an das Programm am nächsten Tag denkend, eigentlich nicht allzu spät in die Horizontale dislozieren wollte, war die Musik dann doch zu gut, um gleich einen Abgang zu machen. So hab ich dann doch noch etwas mehr Zeit, tanzend an der Stätte verbracht und machte mich in den frühen Morgenstunden, glücklich und vollends erfüllt auf den Heimweg.
Einen grossen Dank möchte ich an der Stelle an Pirmin, dem Team von Dark Appeal und natürlich auch dem Sedel-Team aussprechen, welche diesen grossartigen Abend ermöglicht haben. Ich werde das Erlebte sicher noch lange in Erinnerung behalten.

